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125 Jahre gesetzliche Rentenversicherung

82 Die Zukunft im Blick Nach 125 Jahren blickt die gesetzliche Rentenversicherung auf eine wechselvolle Geschichte zurück, in der sie sich auch in schwieri- gen Zeiten als leistungs- und anpassungsfähig erwiesen hat. Sie überstand die Folgen zweier Weltkriege und die Inflation in den 1920er Jahren. Bei der Währungsreform 1948 wurden die Renten 1 zu 1 auf die neue DM umgestellt, während Spargutha- ben zu 90 Prozent verloren gingen. Insbesondere durch die 1957 eingeführte Umlagefinanzierung zeigte sich auch bei der Wieder- vereinigung die Leistungsfähigkeit der gesetzlichen Rentenversi- cherung. In kürzester Zeit wurden fast vier Millionen Renten der DDR in das bundesdeutsche Rentensystem überführt. Und auch bei der jüngsten weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise war die gesetzliche Rentenversicherung als umlagefinanziertes Alters­ sicherungssystem von den dramatischen Entwicklungen auf dem Kapitalmarkt nicht unmittelbar betroffen. Heute ist die Deutsche Rentenversicherung mit über 50 Millionen Versicherten und mehr als 20 Millionen Rentnerinnen und Rentnern die wichtigste Säule der Alterssicherung in Deutschland. Der Blick zurück zeigt: Um ihren Beitragszahlern und Rentnern ein hohes Maß an Sicherheit zu gewähren, konnte die gesetzliche Rentenversicherung in der Vergangenheit stets den sich verän- dernden demografischen, sozialen und wirtschaftlichen Rahmen- bedingungen angepasst werden. Und auch auf die künftigen He­ rausforderungen ist die Rentenversicherung gut vorbereitet. Schon sehr frühzeitig sind hier wichtige Weichenstellungen erfolgt. So hat die Rentenversicherung bereits in den frühen 1980er Jahren die Debatten um den sich abzeichnenden demografischen Wandel und die zukünftige Finanzierbarkeit der Rente aufgenom- men und aktiv mitgestaltet. Sie entwickelte frühzeitig Lösungs­ ansätze, wie der erwartete Anstieg des Beitragssatzes erheblich verringert werden könnte. Die Politik hat später viele dieser Vor- schläge aufgegriffen und im Rahmen der Rentenreform von 1992 und der nachfolgenden Reformen umgesetzt. Der Reformprozess der vergangenen 20 Jahre stellt sicher,dass die Renten­versicherung – unterstützt durch die anderen Säulen der Alterssiche­rung – trotz des demografischen Wandels, der Veränderungen auf den Arbeits- märkten und den Schwankungen der Finanzmärkte dauerhaft eine verlässliche Versorgung der Menschen im Alter gewährleisten wird. Auch hat die Rentenversicherung in den letzten Jahrzehnten einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, Armut im Alter in unserer Gesellschaft weitgehend zu vermeiden. Eine große gesellschaft­ liche Herausforderung ist es, dies auch künftig zu gewährleisten. Ein wichtiger Motor der Anpassungsfähigkeit der Renten­ versicherung ist die Selbstverwaltung in der gesetzlichen Renten- versicherung. Von Anfang an beruht das Rentenversicherungs- system in Deutschland auf den Prinzipien der Solidarität und der Subsidiarität. Entsprechend ist ihre Verwaltung in die Hände der Beitragszahlerinnen und Beitragszahler gelegt. Auf diese Weise­ fließen die Erfahrungen und die Interessen von Versicherten, Rentnern und Arbeitgebern in Entscheidungen mit ein. So wird ein kontinuierlicher und sozial ausgewogener Wandlungsprozess sichergestellt. Denn die gesetzliche Rentenversicherung muss sich einerseits daran messen lassen, ob und wie gut es gelingt, eine aus­ reichende materielle Versorgung der Rentnerinnen und Rentner zu gewährleisten. Andererseits aber muss das System auch so gestal- tet sein, dass die Finanzierung der Leistungen für die ältere Gene- ration die Jüngeren nicht überfordert. 125 Jahre gesetzliche Rentenversicherung zeigen: Sie ist stabil, verlässlich und anpassungsfähig. Durch die zahlreichen Rentenre- formen der Vergangenheit ist die Rentenversicherung gut auf den Wandel der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedin- gungen vorbereitet. Aber auch weiterhin wird die Rentenversiche- rung an die sich verändernden Erfordernisse angepasst werden müssen. Damit wird sie auch künftig leistungsfähig sein. Und das ist besonders wichtig, weil die gesetzliche Rentenversicherung für den Einzelnen und für die Gesellschaft unverzichtbar ist.

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