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125 Jahre gesetzliche Rentenversicherung

78 Auch angesichts der internationa- len Finanzkrise, die seit 2008 die Börsen­kurse weltweit erneut ins Minus rückte, erwies sich die Alters- sicherung in Deutschland als stabil. klausel (siehe S. 74) und verhinderte eine negative Rentenanpas- sung. 2006 wurde die Rentenanpassung wiederum per Gesetz ausgesetzt. Damit wurden in diesen beiden Jahren andernfalls zu befürchtende Rentenkürzungen verhindert. Neben Beitragssatz- und Nachhaltigkeitsfaktor spielten die niedrigen Lohnzuwächse dafür eine entscheidende Rolle. 2007 wurde die Schutzklausel dann im Rahmen des RV-Alters- grenzenanpassungsgesetzes modifiziert. Der Gesetzgeber führte damals den »Nachholfaktor« in die Rentenberechnung ein. Die auf- grund der Schutzklausel ausgefallenen Minderanpassungen sollten nachgeholt werden, indem sie mit den folgenden Rentenanpassun- gen verrechnet wurden. Die ausgebliebenen Kürzungen wurden ab 2011 durch eine Halbierung der Anhebungssätze der anstehenden Rentenerhöhungen im Nachhinein schrittweise nachgeholt. Ohne den dafür eingeführten Nachholfaktor hätte das Beitragssatzziel perspektivisch nicht eingehalten werden können. 2009 wurde die bereits geltende Schutzklausel um eine soge- nannte Rentengarantie erweitert: Hintergrund waren die sinken- den durchschnittlichen Bruttolöhne infolge der sich ausbreitenden Kurzarbeit in der Krise. Diese Einkommenseinbußen auf Seiten der Arbeitnehmer sollten nicht zu sinkenden Renten führen. Nicht nur eine Senkung der Renten durch die Dämpfungsfaktoren, son- dern auch durch sinkende Bruttolöhne wurden durch die Renten- garantie ausgeschlossen. Finanzkrise ab 2008 Die im Sommer 2007 aus einer US-Immobilienkrise entstandene weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise hatte mit dem Zusam- menbruch der US-amerikanischen Großbank Lehman Brothers im September 2008 ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Als um- lagefinanziertes Alterssicherungssystem war die gesetzliche Ren- tenversicherung von den dramatischen Entwicklungen auf dem Kapitalmarkt allerdings nicht unmittelbar betroffen. Weil die ein- gezahlten Beträge sofort für die Finanzierung der laufenden Ren- ten verwendet und – anders als beim Kapitaldeckungsverfahren – nicht am Kapitalmarkt angelegt werden, konnte auch kein Kapital verloren gehen. Zwar verfügt die gesetzliche Rentenversicherung über die Nachhaltigkeitsrücklage, um Schwankungen zwischen

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