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125 Jahre gesetzliche Rentenversicherung

68 Im Jahr 1993 fanden die ersten gesamtdeutschen Sozialwahlen statt. Viele Versicherte der neuen Bundesländer nutzten dabei ihr neues Recht auf demokratische Mitbestimmung im Rahmen der Selbstverwaltung. Die Rentenreform von 1992 Am 1. Januar 1992 trat das im November 1989 im Bundestag be- schlossene Rentenreformgesetz 1992 in Kraft. Die Reform war das Ergebnis eines mehrjährigen Debatten- und Gesetzgebungspro- zesses, bei dem die Rentenversicherung und ihre Selbstverwaltung eine wichtige Rolle gespielt hatten (siehe Seite 61). Die Rentenreform von 1992 war ein erster wichtiger Schritt bei der Anpassung der Rentenversicherung an den demografi- schen Wandel. Sie machte deutlich, dass im umlagefinanzierten deutschen Rentensystem auch bei der befürchteten deutlichen Verschlechterung des Zahlenverhältnisses von Jung und Alt der Beitragssatzanstieg für die künftigen Generationen in überschau- baren Grenzen gehalten werden kann, wenn die Politik geeignete Reformmaßnahmen vornimmt – auch ohne dass die Prinzipien der dynamischen, lohn- und beitragsbezogenen Rente, des Generatio- nenvertrags und des sozialen Ausgleichs aufgegeben werden. Be- merkenswert war auch, dass die Reform von allen im Bundestag vertretenen Parteien und auch von den Sozialpartnern gemeinsam getragen wurde. Viele der im Rahmen dieser Reform beschlossenen Gesetzes- änderungen orientierten sich an den von der Rentenversicherung vorgelegten Vorschlägen. So wurde die jährliche Rentenanpassung von einer Brutto- auf eine Nettolohnorientierung umgestellt und die Berücksichtigung bestimmter beitragsfreier Zeiten, etwa Zeiten der Schul- oder Hochschulausbildung, bei der Rentenberechnung beschränkt. Beschlossen wurde auch, dass bei den sogenannten vorgezogenen Altersrenten – konkret: bei den Altersrenten für Arbeitslose, für Frauen und für langjährig Versicherte, die be- reits mit 60 beziehungsweise 63 Jahren in Anspruch genommen werden konnten – die Altersgrenzen schrittweise auf das 65. Le- bensjahr angehoben werden sollten. Wer diese Renten dennoch bereits früher beziehen wollte, sollte künftig Rentenabschläge in Kauf nehmen müssen. Außerdem wurde mit der Einführung der Konstituierende Sitzung der Vertreterversammlung der LVA Sachsen, 1991. Anfang der 1990er Jahre wurde das westdeutsche Sozialversicherungsmo- dell schrittweise auf die ostdeutschen Bundesländer übertragen.

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