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125 Jahre gesetzliche Rentenversicherung

66 Integration der ostdeutschen Versicherten und Aufbau eines deutsch-deutschen Rentensystems Die deutsche Wiedervereinigung stellte das gesetzliche Renten­ system vor neue große Herausforderungen. Schon vor dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland am 3. Oktober 1990 wurde in dem zum 1. Juli 1990 in Kraft getretenen Staatsvertrag zwischen den beiden Staaten die Herstellung einer Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion beschlossen. Die DDR verpflichtete sich darin, nach westdeutschem Vorbild ein gegliedertes Sozialver- sicherungssystem mit Renten-, Kranken-, Arbeitslosen- und Un- fallversicherung und selbstverwalteten Trägern einzuführen. Die Beitragsfinanzierung der Renten-, Kranken- und Arbeitslosenver- sicherung sollte wie in der Bundesrepublik grundsätzlich paritä- tisch erfolgen. In der DDR war die Sozialversicherung zu diesem Zeitpunkt noch als Einheitsversicherung aufgebaut. Kranken-, Unfall- und Rentenversicherung waren also institutionell nicht getrennt. Ende der 1980er Jahre hatten mehr als 80 Prozent der Berechtigten ne- ben der Rente aus der Sozialversicherung auch Ansprüche oder Anrechte auf Leistungen aus der »Freiwilligen Zusatzrentenversi- cherung« FZR erworben. Neben Pflichtversicherung und FZR gab es nach wie vor weitere Zusatz- oder Sonderversorgungssysteme, in die allerdings jeweils nur spezielle Berufs- oder Personengruppen einbezogen waren. Auch das Versicherungs- und Rentenrecht hatte sich in 40 Jah- ren der Teilung auseinanderentwickelt. Dem seit 1957 geltenden lohndynamischen Rentensystem der Bundesrepublik stand in der DDR ein weitgehend statisches Rentensystem gegenüber. Das des- halb permanent sinkende Rentenniveau in der Pflichtversicherung konnte durch die Leistungen aus der FZR nur teilweise kompensiert werden. Demzufolge war das Rentenniveau in der Bundesrepu­blik 1989 deutlich höher als in der DDR. Der Staatsvertrag sah vor die- sem Hintergrund als ersten Schritt die Angleichung der Ost­renten an das westdeutsche Rentenniveau vor. Wer 45 Arbeitsjahre mit durchschnittlichem Verdienst aufweisen konnte, sollte künftig 70 Prozent des durchschnittlichen Nettoverdienstes in der DDR als Rente erhalten. Am 1. Juli 1990 wurden auf dieser Grundlage die ostdeutschen Renten angehoben und im Verhältnis von 1 zu 1 von der DDR-Mark auf die Deutsche Mark umgestellt. Im Jahr 1991 Berlin am 10. November 1989, einen Tag nach der Öffnung der DDR-Gren- zen zum Westen. Den ersten Grundstein für ein deutsch-deutsches Ren- tensystem legte der zum 1. Juli 1990 in Kraft getretene Staatsvertrag. Das Vertrags­werk sah die Schaffung einer gemeinsamen Währungs-, Wirt- schafts- und Sozialunion zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR vor.

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