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125 Jahre gesetzliche Rentenversicherung

63 Entwicklung diesen Beitragssatzanstieg zu vermeiden beziehungs- weise zu verringern. Dabei stand das Ziel im Vordergrund, die aus der demografischen Entwicklung entstehenden Belastungen möglichst gerecht zwischen den Beitragszahlern, den Rentnern und dem Staat zu verteilen. Die Studie von PROGNOS zeig- te, dass bei Umsetzung dieser Maßnahmen der Beitragssatz­ anstieg erheblich verringert werden könnte. Diese Berech- nungen und Reform­vorschläge wurden 1987 veröffentlicht. Die Rentenversicherung leiste- te damit die entscheidende Vorarbeit für ein Rentenreformgesetz, das in den beiden Folgejahren von der Bundesregierung ausgear- beitet wurde. Am 9. November 1989 wurde dieses Rentenreformgesetz ver- abschiedet, das wegen seines Inkrafttretens zum 1. Januar 1992 auch »Rentenreform 1992« genannt wurde und mit dem zugleich die bis dahin für die Rentenversicherung maßgeblichen unter- schiedlichen Gesetzesgrundlagen zum Sechsten Buch des Sozial- gesetzbuchs (SGB VI) zusammengefasst wurden. Am selben Tag fiel die Mauer und eine friedliche Revolution läutete das Ende der DDR ein. Die Sozialversicherung der DDR 1972 bis 1989 Als Folge der sozialpolitischen Beschlüsse des VIII. Parteitags der SED wurde im April 1972 ein Maßnahmenpaket beschlossen, das auch die erneute Erhöhung der Altersrenten und Mindestrenten enthielt. Andere Neuregelungen wirkten sich vor allem zugunsten von Frauen mit mehreren Kindern oder zugunsten behinderter Menschen aus. Mit Wirksamkeit zum 1. Juli 1973 konnten Mütter von fünf oder mehr Kindern nach Vollendung des 60. Lebensjah- res Anspruch auf eine Altersrente erhalten, obwohl sie bisher kei- ne Leistungsansprüche in der Sozialversicherung gehabt hatten. Unter bestimmten Voraussetzungen wurde ihnen nun außerdem – trotz des Fehlens der sonst erforderlichen versicherungspflichti- gen Tätigkeit – eine Invalidenrente in Höhe von 200 Mark monat- Der demografische Wandel war Auslöser zunehmender Debatten um die zukünftige Finanzierbarkeit der Rente. Die Rentenver- sicherung entwickelte Lösungsansätze, wie der erwartete Anstieg des Beitragssatzes erheblich verringert werden könnte. Arbeits- und Sozialminister Norbert Blüm bei einer Plenardebatte zur Rentenpolitik 1989. Am 9. Novem- ber 1989, dem Tag des Mauerfalls, wurde im Bundestag ein neues Rentenreformgesetz verabschiedet, das 1992 in Kraft trat.

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