Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

125 Jahre gesetzliche Rentenversicherung

60 ausgeschlossen waren, erhielten diese ab 1987 eine ähnliche Leis- tung. Allerdings waren durch die Regelung nach wie vor Frauen benachteiligt, die neben der Kindererziehung zeitgleich einer Er- werbstätigkeit nachgingen, da Erziehungsleistungen in ihrem Fall nur geringfügig berücksichtigt wurden. Diese Diskrepanz konnte erst durch das »Rentenreformgesetz« im Jahr 1999 ausgeglichen werden. Seitdem werden Zeiten der Erziehungsleistung und der Erwerbstätigkeit bis zur Beitragsbemessungsgrenze addiert. Mit der gesetzlichen Einführung der Kindererziehungszeiten wurden gleichzeitig auch die Hinterbliebenenrenten neu geordnet. Bis 1986 hatten Witwer lediglich dann einen Anspruch auf eine Hinterbliebenenrente, wenn der Unterhalt der Familie erwiesener- maßen überwiegend durch die Ehefrau bestritten worden war; bei Witwen kam es darauf dagegen nicht an. Durch die Neuregelung wurden hinterbliebene Männer und Frauen nun gleich behandelt: Jede/r erhielt grundsätzlich eine Hinterbliebenenrente in Höhe von 60 Prozent der Rente des verstorbenen Ehepartners.  Aller- dings wurde die Hinterbliebenenrente gekürzt oder auch gar nicht mehr gezahlt, wenn die Hinterbliebenen über andere Einkommen, etwa die eigene Rente oder ein Erwerbseinkommen, verfügten, die einen monatlichen Freibetrag überstiegen. Folgen des demografischen Wandels, Veränderungen am Arbeitsmarkt und die Rentendiskussion Mit der Konsolidierungs- und Sparpolitik reagierte die Politik auf die im Vergleich zu den Beitragseinnahmen stärker wachsenden Rentenausgaben und auf die deshalb eintretenden Finanzierungs- engpässe in den Haushalten der Rentenversicherung. Schon in den 1970er Jahren hatte – vor dem Hintergrund der ökonomischen Krise – in Wissenschaft, Medien und Politik eine Diskussion um die zukünftige Finanzierbarkeit der Rente eingesetzt. Dabei rückte der sogenannte demografische Wandel zunehmend ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit: Demografische Trends wie die seit den frühen 1960er Jahren abermals stark gesunkenen Geburten- raten und der stetige Anstieg der durchschnittlichen Lebenserwar- tung führten dazu, dass in den längerfristigen Bevölkerungsprojek- tionen der Anteil der Menschen im Erwerbsalter abnahm und der Anteil der Älteren weiter stieg. Allerdings wurden in Politik und Die Geburt der »Mütterrente«: Seit 1986 werden einem Elternteil, zumeist der Mutter, Kindererziehungszeiten in der Rentenversicherung zuerkannt. Die Möglichkeiten der Anrechnung wurden seitdem schrittweise ausgebaut.

Übersicht