Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

125 Jahre gesetzliche Rentenversicherung

59 Änderungen auf dem Gebiet der Rente, deren Ziel Einsparungen und eine mittelfristige Finanzkonsolidierung in der gesetzlichen Rentenversicherung waren. Bereits 1977 wurden unter Bundes- kanzler Helmut Schmidt eine Reihe kostendämpfender Maßnah- men verabschiedet, unter anderem wurde der nächste Termin der Rentenanpassung um ein halbes Jahr aufgeschoben. Die Formel für die jährliche Erhöhung der Renten wurde geändert, in den drei Folgejahren wurde die Rentenerhöhung unabhängig von dieser Formel so festgesetzt, dass die Renten langsamer stiegen als die Löhne. Zudem wurden die Hürden bei der Bewilligung von Re- habilitationsmaßnahmen erhöht, die Berücksichtigung von Ausbil- dungszeiten bei der Rentenberechnung reduziert und der Renten- zugang mit 60 Jahren für Arbeitslose erschwert. Nach dem Regierungsantritt Helmut Kohls 1982 wurde die Sparpolitik im sozialen Bereich fortgeführt, indem man etwa die Voraussetzungen für den Bezug einer Berufs- oder Erwerbsun- fähigkeitsrente verschärfte oder die Bewertung von Zeiten der Arbeitslosigkeit bei der Rentenberechnung verringerte. Zudem mussten die Rentner nun von ihrer Rente Beiträge zur Kranken- versicherung zahlen. Trotz dieser und weiterer Sparmaßnahmen musste der Bei- tragssatz zwischen 1980 und 1985 in mehreren Stufen von 18 auf 19,2 Prozent erhöht werden, um die Renten finanzieren zu können. Zudem musste der Bund 1985 die Zahlung des Bundeszuschusses vorziehen und der Rentenversicherung einen Kreditrahmen ein- räumen. Letztlich konnte eine vorläufige Sicherung der Renten­ finanzierung für die folgenden Jahre erreicht werden. Neben den genannten Maßnahmen zur Begrenzung der Renten­ausgaben kam es dennoch Mitte der 1980er Jahre unter dem langjährigen Arbeits- und Sozialminister Norbert Blüm mit der Einführung der Kinder­erziehungszeiten auch zu einer bis da- hin im Rentenrecht nicht vorgesehenen Honorierung der Erzie- hungsleistung. Für Mütter (oder Väter), die nach dem Inkrafttreten der Regelung ab dem 1. Januar 1986 in Rente gingen, wurde das Jahr nach der Geburt des Kindes bei der Rentenberechnung als Kindererziehungszeit berücksichtigt und wie eine Beschäftigung bewertet, bei der 75 Prozent des Durchschnittsentgelts aller Ver- sicherten verdient worden wären. Nachdem in der Öffentlichkeit scharf kritisiert wurde, dass von dieser Regelung die Mütter der Geburtsjahrgänge vor 1921, die sogenannten Trümmerfrauen, Autofreier Sonntag, 1973. Die Ölkri- sen von 1973 und 1979 führten die deutsche Wirtschaft in die Rezession und hatten massive Anstiege der Arbeitslosenzahlen zur Folge. In der Rentenversicherung führte dies zu Verlusten bei den Beitragseinnah- men.

Übersicht