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125 Jahre gesetzliche Rentenversicherung

58 Indikationswandel in der Rehabilitation Der Bereich der Rehabilitation, Kernaufgabe der gesetzlichen Ren- tenversicherung, unterlag und unterliegt stetigen Neuerungspro- zessen. Bis in die 1970er Jahre war die Zahl der Tuberkulosefälle so weit zurückgegangen, dass ihre Behandlung nicht mehr län- ger die vordringliche Aufgabe in der medizinischen Rehabilitation blieb. Andere Erkrankungen, die sogenannten Zivilisationskrank- heiten, waren auf dem Vormarsch und wurden zu den wichtigsten Ursachen für Erwerbsunfähigkeit: 1989 machte die Behandlung von Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises 49,5 Pro- zent der medizinischen Rehabilitation in der Arbeiterrentenversi- cherung aus. Herz-Kreislauf-Erkrankungen folgten mit 12,2 Pro- zent, psychische Erkrankungen mit 11 Prozent, Krankheiten der Verdauungsorgane und des Stoffwechsels mit 7,7 Prozent sowie Krankheiten der Atmungsorgane mit 5 Prozent. Heute ist die Verteilung der Diagnosen deutlich anders. So ha- ben insbesondere der Bereich Onkologie sowie psychische Störun- gen an Bedeutung zugenommen. Die medizinische Rehabilitation war auch deshalb immer wie- der von großen Veränderungen geprägt, weil der medizinische Fortschritt stetig neue Formen der Diagnostik und Therapie her- vorbringt. Die Rentenversicherungsträger standen vor der Auf- gabe, das Rehabilitationsangebot immer wieder nicht nur an die veränderten Bedürfnisse der Versicherten, sondern zugleich an die neuesten medizinischen Methoden und Standards anzupassen. Zwischen 1970 und 1990 stiegen die Anträge für eine Rehabilitati- on von rund 900.000, von denen 800.000 bewilligt wurden, auf 1,2 Millionen, von denen 900.000 bewilligt wurden. Wende in der Rentenpolitik Ende der 1970er Jahre wurde deutlich, dass angesichts der ökono- mischen Entwicklung und der Leistungsausweitungen zu Beginn des Jahrzehnts in absehbarer Zukunft eine erhebliche Anhebung des Beitragssatzes zur Finanzierung der Rentenleistungen not- wendig sein würde. Angesichts der ohnehin ungünstigen Wirt- schaftslage wollte man dies soweit wie möglich vermeiden. Des- halb kam es seit Ende der 1970er Jahre zu einer Reihe gesetzlicher Der medizinische Rehabilitationsbereich wurde in den 1960er und 1970er Jahren ausgebaut. Die sogenannten Zivilisationskrankheiten wie etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen, psychische Erkrankungen oder Krankheiten der Atemwege rückten in den Fokus der Therapie. Im Bild: Heilgymnastik in der Kurklinik Glotterbad im Schwarzwald, die sich seit 1960 in der Träger- schaft der LVA Württemberg befand, um 1960.

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