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125 Jahre gesetzliche Rentenversicherung

50 Modernes Druckverfahren für den Rentenbescheid, 1966. Träger der gesetzlichen Rentenversicherung. Der Verbesserung medikamentöser Behandlungsmöglichkeiten und dem Einsatz der Versicherungsträger ist es zu verdanken, dass TBC eingedämmt werden konnte und in den 1970er Jahren seinen Schrecken als Volksseuche verlor. 1971 wurde beispielsweise das seit Kriegsende von der LVA Schleswig-Holstein betriebene Tuberkulosekranken- haus Mölln geschlossen, weil die Zahl der Erkrankungen so weit sank, dass das Krankenhaus überflüssig geworden war. Auch in der Sozialversicherung der DDR wuchs die Bedeutung der Rehabilitation seit den 1950er Jahren. Zunächst hatte es in der Sozialversicherung nur sogenannte Heil- und Genesungskuren ge- geben, die allein arbeitsunfähigen Kranken zur Verfügung standen. Durch Beschlüsse des Zentralrats der Sozialversicherung wurde das Kurwesen in den Jahren 1952/53 neu organisiert. Erstmals gab es vorbeugende Erholungskuren für Arbeiter und Angestellte. Die Kosten für die Kur trug die Sozialversicherung, sobald das Einkommen des Betroffenen weniger als 600 Mark monatlich be- trug. Allerdings konnten die Versicherten eine solche Kur nicht einfach unter Angabe von Gründen beantragen und wurden dann einer ärztlichen Untersuchung unterzogen. Vielmehr wurden die Kuren vielfach an SED-Mitglieder vergeben. Seit etwa 1958 wurde dem Thema Rehabilitation in der DDR dann insgesamt größere Wichtigkeit beigemessen. Hintergrund dieser Entwicklung mag vor allem der damals herrschende Ar- beitskräftemangel gewesen sein. In Folge eines Beschlusses des DDR-Ministerrates vom Dezember 1960 wurden beim Gesund- heitsministerium und in den Bezirken, Städten und Gemeinden Re- habilitationskommissionen eingesetzt. Sie sollten geeignete Maß- nahmen entwickeln, um Menschen, die in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt waren, wieder in den »Produktionsprozess« einzu- gliedern. In den 1960er Jahren wurden zahlreiche weitere Kur- einrichtungen in das staatliche Gesundheitswesen der Sozialversi- cherung übernommen und »planmäßig« weiterentwickelt. Anfang der 1970er Jahre beschloss der FDGB, dass Kuren effektiver für die Förderung und Erhaltung der Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Arbeiter und Angestellten genutzt werden sollten. Man ordnete die Prinzipien der Auswahl und Verteilung sowie des Kurantrags- verfahrens neu und professionalisierte das Rehabilitationswesen. Kuren wurden nun von der Betriebsgewerkschaftsleitung gemein- sam mit Betriebsärzten und Ärzten in den stationären und ambu-

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