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125 Jahre gesetzliche Rentenversicherung

48 durchzuführen. Das Verfahren der Rentenberechnung wurde in den Trägern daher Mitte/Ende der 1950er Jahre ebenfalls umge- stellt. Zuvor war die Berechnung manuell bewerkstelligt worden, nun löste ein Computersystem auf Lochkartenbasis die alte Verfah- rensweise ab. Anfang der 1960er Jahre hielt dann die automatische Daten- verarbeitung Einzug in die Verwaltungen. Die Lochkarten wurden abgeschafft und durch Datenverarbeitungsanlagen der zweiten Computergeneration ersetzt, die Daten auf Magnetbänder über- nahmen. Erstmals konnten Versichertendaten nun auf Datenträ- gern gespeichert und bei Bedarf wieder aufgerufen werden. Mit der Rentenreformgesetzgebung von 1957 war auch der Grundsatz »Rehabilitation vor Rente« erstmals formuliert worden. In den Selbstverwaltungsorganen der Versicherungsträger konnte seit Bestehen über eine ganze Reihe von nicht gesetzlich festgeleg- ten Leistungen zum Wohle der Versicherten entschieden werden. 1957 wurde die Rehabilitation in die gesetzlich festgelegte Liste der Regelleistungen aufgenommen und zur wichtigen Aufgabe der Rentenversicherungsträger erklärt. Darin drückte und drückt sich das Ziel der Versicherungsträger aus, Menschen die weitere Teil- nahme am Erwerbsleben zu ermöglichen und sich für die Wieder- herstellung ihrer Gesundheit einzusetzen. Mit der Rentenreform wurde über die medizinische Rehabilitation hinaus erstmals die berufliche Förderung als Regelleistung in die Rentenversicherung eingeführt. Neben der Durchführung von medizinischen und be- ruflichen Rehabilitationsmaßnahmen lag neuerdings ein großes Gewicht außerdem auf der Prävention von Erkrankungen. Die ge- setzliche Rentenversicherung erbrachte nun Leistungen nicht nur im Falle der drohenden oder bereits eingetretenen Invalidität, son- dern auch, um die bestehende Erwerbsfähigkeit der Versicherten zu erhalten. Anfang der 1980er Jahre sollte dieser Präventions- auftrag der Rentenversicherung per Gesetz wieder abgeschafft werden. In der praktischen Arbeit der Rentenversicherungsträ- ger verdoppelte sich die Anzahl der Rehabilitationsmaßnahmen seit 1957. 1962 wurden in der gesetzlichen Rentenversicherung 650.000 medizinische Rehabilitationsmaßnahmen durchgeführt. Eine wichtige Rolle spielten die Versicherungsanstalten der gesetzlichen Rentenversicherung auch bei der Bekämpfung von Lungentuberkulose (TBC). Das TBC-Hilfegesetz vom 23. Juli 1959 machte die TBC-Bekämpfung dann zur ausdrücklichen Aufgabe der Sowohl in der gesetzlichen Rentenversicherung der Bundesrepublik Deutschland als auch in der Sozialversicherung der DDR wurde der Rehabili- tationsbereich seit den 1950er Jahren ausgebaut. Im Bild: Kurbehandlung im Sanatorium Bad Gottleuba, Anfang der 1950er Jahre.

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