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125 Jahre gesetzliche Rentenversicherung

47 gen den vollständigen Beitrag in Höhe von 20 Prozent. Für den Bergbau galt eine Sonderregelung. Hier trugen die Arbeitnehmer zehn Prozent und die Arbeitgeber weitere 20 Prozent des Bruttoar- beitseinkommens bei. Diese Sonderregelung knüpfte an einer im Knappschaftswesen seit Jahrhunderten etablierten Zusammensetzung der Beiträge an, die im Unterschied zur Arbeiterrenten- und Angestelltenversiche- rung von jeher disparitätisch getragen worden waren. Die Arbeit- geber im Bergbau leisteten traditionell erhöhte Beiträge. Damit sollte das erhöhte Versicherungsrisiko abgedeckt werden, das aus der besonderen Schwere und Unfallträchtigkeit des Bergarbeiter- berufes entstand – heute würde man dies als zusätzliche betriebli- che Altersversorgung bezeichnen. Mit der 1947 eingeführten Beitragsbemessungsgrenze von 600 Mark war den Renten eine starre Obergrenze ­gesetzt. Schon 1964 überstieg der Durchschnittsbruttolohn der Arbeiter und Angestell- ten die Beitragsbemessungsgrenze um zehn Mark. Die Renten blie- ben – trotz weiterer pauschaler Erhöhungen etwa in den Jahren 1959 und 1964 – auf lange Sicht recht niedrig und immer mehr hinter der Lohnentwicklung zurück. Die Durchschnittsrenten be- trugen im Allgemeinen wenig mehr als die Mindestrenten. Verän- derungen des Beitragssatzes und der Beitragsbemessungsgrenze wurden aus Gründen politischer Inopportunität aber unterlassen. Die Leistungen der Versicherungsträger Auf der Grundlage der Reform von 1957 gewährten die Renten- versicherungsträger in der Bundesrepublik nun neun verschiede- ne Rentenarten. Neben dem Altersruhegeld bei Vollendung des 65. Lebensjahres waren dies unter anderem die Rente bei Berufsunfä- higkeit und bei Erwerbsunfähigkeit, die Witwen- und Witwerren- ten, die Waisenrente bis zum 25. Lebensjahr, das Altersruhegeld für Frauen bei Vollendung des 60. Lebensjahres sowie das Alters- ruhegeld für Arbeitslose bei Vollendung des 60. Lebensjahres. Für die Arbeit in den Versicherungsträgern hatte die Umstel- lung des Rentenverfahrens ganz praktische Folgen. Sie standen vor der verwaltungstechnischen Herausforderung, alle neu bean- tragten sowie die bereits bewilligten Renten nach der dynamischen Rentenformel zu berechnen und regelmäßige Rentenanpassungen Im Verlauf der 1960er Jahre wurde der Ausbau der elektronischen Datenver- arbeitung forciert. Die Lochkarten wurden abgeschafft und durch Magnet- bänder als Speichermedien ersetzt. Durch den Ausbau der elektronischen Datenverarbeitung konnten die Verwaltungsabläufe wesentlich effizienter gestaltet werden. In der LVA Ober- und Mittelfranken (Bayreuth) werden 1966 die Rentenzahlungsdaten auf insgesamt 23 Magnetbandrollen gespei- chert.

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