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125 Jahre gesetzliche Rentenversicherung

45 Mit dem 1957 eingeführten Umlage­ verfahren finanzieren die aktuellen Bei- tragszahler die laufenden Renten im Sinne eines Generationenvertrags.  In den 1950er Jahren wurde das Sys- tem der Rentenberechnung bei den Versicherungsträgern umgestellt. Ein modernes Rechnersystem auf Lochkartenbasis wurde eingeführt. nerationenvertrag« in der gesetzlichen Rentenversicherung wider. Die laufenden Rentenzahlungen werden hauptsächlich aus den Beiträgen der noch im Erwerbsleben stehenden Versicherten und ihrer Arbeitgeber bestritten. Die Jüngeren zahlen ein und profitie- ren im Alter und bei Berufs- und Erwerbsunfähigkeit wiederum selbst von diesem Prinzip der Solidargemeinschaft. Die Rentenreform führte auch zu weitestgehenden Angleichun- gen des Versicherungs- und Leistungsrechts in der Arbeiter- und der Angestelltenversicherung, aber ohne dass deren institutionelle Trennung beseitigt worden wäre. Parallel zu den westdeutschen Vorbereitungen für eine Renten- reform kam es auch in der DDR zu Debatten um grundlegendere Reformen in der Sozialversicherung, die allerdings ohne Resultat blieben. Zwar wurde 1956 in der DDR-Führung über eine Neure- gelung der Rentenberechnung diskutiert. So schlug auf einer Ta- gung des Zentralkommitees der SED dessen Erster Sekretär und späteres DDR-Staatsoberhaupt Walter Ulbricht unter anderem vor, die Rentenhöhen nicht mehr nach dem Gesamtlebensverdienst, sondern nach dem Durchschnittsverdienst der letzten fünf Jah- re vor dem Rentenfall zu berechnen. Das »Gesetz über die Erhö- hung der Renten und der Sozialfürsorge« vom 16. November 1956 führte jedoch lediglich zu einer erneuten pauschalen Erhöhung der Renten. Grund für das Ausbleiben einer Neuregelung war vor allem die immense Kostenbelastung, die eine Dynamisierung für den DDR-Staatshaushalt bedeutet hätte. Das Konzept einer dyna- mischen Rente spielte in der ostdeutschen Sozialpolitik weiterhin keine Rolle. Die Rentenhöhen folgten auch künftig nicht der Lohn- und Gehaltsentwicklung. Sie wurden jeweils vom Zentralkomitee der SED gemeinsam mit dem Bundesvorstand des FDGB und dem Ministerrat der DDR festgelegt. Ein wichtiges Merkmal der Einheitsversicherung in der DDR war ein nivellierendes Beitrags- und Leistungssystem. Die Finan- zierung basierte auf Beiträgen der Versicherten und Betrie- be sowie auf einem Staatszu- schuss.  Der Beitragssatz der Arbeitnehmerinnen und Ar- beitnehmer zur Sozialversi- cherung lag einheitlich bei zehn Prozent. Der Arbeitgeber zahlte weitere zehn Prozent. Freiberuflich Tätige und Selbstständige tru-

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