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125 Jahre gesetzliche Rentenversicherung

41 Mitarbeiter einer Rentenversicherungsanstalt bei der »Aktion Rentenmehr- betragsgesetz«, um 1955. In der Wirtschaftswunderzeit verbesserte sich die Situation der Rentnerinnen und Rentner schrittweise. Mit dem »Renten- mehrbetragsgesetz« vom November 1954 wurden die Rentenleistungen um sogenannte Mehrbeträge erhöht. Es war Aufgabe der Rentenversicherungs- träger, die neuen Rentenhöhen zu errechnen. gig, welche Ansprüche und Anwartschaften im Herkunftsgebiet er- worben worden waren. Zu den Entschädigten zählten auch jene Versicherten, die nach 1933 aufgrund drohender oder durchge- führter nationalsozialistischer Gewaltmaßnahmen aus den dama- ligen Reichsgebieten vertrieben worden oder geflüchtet waren, sei es aus Gründen der »Rasse«, des Glaubens, der politischen Über- zeugung oder Weltanschauung. Dies war eine gewaltige Integrati- onsleistung. Überhaupt war die Entschädigung der Opfer des Nationalsozia- lismus ein wichtiges Thema der damaligen Zeit. Ende der 1940er Jahre prägte die Debatte um Wiedergutmachung die bundesdeut- sche Gesellschaft. In einigen Fällen wurden die Versicherungsan- stalten in Wiedergutmachungsverfahren vor Gericht gestellt, und es wurde über die Frage verhandelt, ob sie Wiedergutmachung an frühere Versicherte oder deren Angehörige zu leisten hatten, die als Verfolgte Ansprüche an die Sozialversicherung verloren hatten. In einigen Fällen wurden Entschädigungen gezahlt. Das »Gesetz über die Behandlung der Verfolgten des Natio- nalsozialismus in der Sozialversicherung« vom 22. August 1949 re­gelte erstmals die Ansprüche von Verfolgung betroffener Versi- cherter. Ihnen wurden die Zeiten, die sie in Haft, erzwungener Ar- beitslosigkeit oder im Ausland verbracht hatten, als Ersatzzeiten anerkannt, für die Steigerungsbeträge angerechnet wurden. Die Rentenversicherungsträger mussten die Mehraufwendungen nicht aus Beitragsmitteln zahlen, sondern sie wurden erst aus Landes- mitteln, später vom Bund erstattet. 1970 wurde das »Gesetz zur Regelung der Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts in der Sozialversicherung« im Bundestag verabschiedet. Darin wurden Ansprüche von Versicher- ten geklärt, bei denen es sich um Verfolgte im Sinne des »Bundes­ entschädigungsgesetzes« handelte. Die Rentenreform 1957 Mit dem »Wirtschaftswunder« stiegen die Löhne der Arbeitnehmer und die Erwerbs- und Vermögenseinkommen generell deutlich an. Trotzdem lebten in den 1950er Jahren circa 4,5 Millionen deut- sche Rentenempfängerinnen und -empfänger in wirtschaftlicher Not. Die Rentnerinnen und Rentner partizipierten nur unzurei-

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