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125 Jahre gesetzliche Rentenversicherung

27 der Sozialversicherung« vom 5. Juli 1934, hielt das Führer­prinzip Einzug in die Sozialversicherung. Die Führung der einzelnen Ren- tenversicherungsträger oblag nun jeweils einem staatlich einge- setzten »Leiter«. Der Leiter wurde durch einen Beirat unterstützt. Dieser setzte sich zu gleichen Teilen aus Vertretern der Versicher- ten sowie der Arbeitgeber zusammen, außerdem einem Arzt und einem Vertreter der jeweiligen Gebietskörperschaft. Das Gremium besaß allerdings keinerlei Entscheidungskompetenz, sondern nur beratende Funktion. Seine Vertreter wurden nicht gewählt, son- dern vom Staat ernannt. Damit wurde die Selbstverwaltung inner- halb der Rentenversicherung auch institutionell endgültig aufge- löst. Der Reichsverband Deutscher Landesversicherungsanstalten wurde am 12. Oktober 1938 umbenannt in »Reichsverband Deut- scher Rentenversicherungsträger« und ebenfalls dem Führerprin- zip unterworfen. Durch die Gleichschaltung war die Kontrolle des NS-Staats über die Arbeit und das Vermögen der Rentenversicherungsträger ge­ sichert und ihre Verwaltungen von unliebsamem Personal »gesäu- bert«. Die Übernahme der Sozialversicherungsträger durch die Nationalsozialisten vollzog sich weitgehend ohne nennenswerten Widerstand. Sanierungsgesetze nach der Weltwirtschaftskrise (1933 bis 1937) Anders als im Parteiprogramm der NSDAP angekündigt, wurde mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten kein grundlegender Leistungsausbau in der Rentenversicherung in Angriff genommen. Die Rentenleistungen stagnierten in der Zeit bis zum Zweiten Weltkrieg. Die Erholung der Wirtschaft nach der Weltwirtschafts- krise hatte steigende Löhne zur Folge, denen die Renten aber nicht nachkamen. Trotz der steigenden Beitragseinnahmen wies die ge- setzliche Rentenversicherung am Ende der Weltwirtschaftskrise zunächst hohe Fehlbeträge auf. In der Arbeiterrentenversicherung bestand ein Defizit von circa 13 Milliarden Reichsmark, in der An- gestelltenversicherung waren es 2,1 und in der Knappschaftsver- sicherung 3,5 Milliarden Reichsmark. Das Reichsarbeitsministerium, dem die Rentenversicherung unterstand, strebte vor diesem Hintergrund eine finanzielle Sa- Im Nationalsozialismus wurden die Rentenversicherungen gleichgeschaltet und die Selbstverwaltung durch das Führerprinzip ersetzt. Im Bild: Appell der LVA Rheinprovinz zum 1. Mai, Mitte der 1930er Jahre.

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