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125 Jahre gesetzliche Rentenversicherung

22 einer Kernforderung der Gewerkschaften. Mit dem »Gesetz über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung (AVAVG)« wurde dieses Anliegen 1927 erfüllt und die Reichsanstalt für Arbeitsver- mittlung und Arbeitslosenversicherung (R A f A u A) als selbstverwal- teter Träger der Arbeitslosenversicherung errichtet. Am Ende der Republik Am 24. Oktober 1929, dem »Black Thursday«, löste der Zusammen­ bruch der Aktienkurse an der New Yorker Börse die Weltwirt- schaftskrise aus.  Von der Krise, die bald Deutschland erreichte, waren die Rentenkassen in hohem Maße betroffen. Die schnell an- steigende Arbeitslosigkeit und Lohnkürzungen führten erneut zu hohen Einnahmeverlusten. Die gesamte Arbeiterrentenversiche- rung, die schon 1924 bereits wieder einen Überschuss von 300 bis 400 Millionen Reichsmark hatte erwirtschaften können, verlor in den Jahren 1931/32 fast 185 Millionen Reichsmark. Währenddes- sen wuchs die Zahl der Versicherten und der Rentenempfänger in der gesetzlichen Rentenversicherung weiter an. So war am 7. März 1929 noch vor Ausbruch der Krise in der Angestelltenversicherung eine neue Leistung eingeführt worden: das Ruhegeld bei Arbeitslosigkeit. Angestellte hatten danach das Recht, nach einem Jahr Arbeitslosigkeit und der Vollendung des 60. Lebensjahres eine Altersrente zu erhalten. Die Regelung, die nicht für Arbeiter galt, hatte zur Folge, dass die Zahl der Renten- bezieher stieg. Angesichts der einsetzenden Weltwirtschaftskrise verstärkte dies bald die finanziellen Schwierigkeiten, in welche die Angestelltenversicherung erneut geriet. Obwohl die Renten seit Mitte der 1920er Jahre über das Vor- kriegsniveau hinaus angestiegen waren, waren 1929 30 Prozent der Arbeiterrentner und -rentnerinnen in den Städten auf staat- liche Fürsorgeleistungen angewiesen. In den Landkreisen lag der Anteil der Fürsorgeempfänger unter den Rentenbeziehern bei 22 Prozent. Einer der Gründe war – neben des während der Infla- tionszeit der 1920er Jahre erleichterten Zugangs zur öffentlichen Fürsorge – der zunehmende Wegfall zusätzlicher Einkommens- quellen neben der Rente. Anfang der 1930er Jahre befand sich die Weimarer Republik in einer tiefen wirtschaftlichen und politischen Krise. Das demo- Beitragsmarken der Angestellten- versicherung aus dem Zeitraum Juli 1930 bis April 1933. kriegsniveau hinaus angestiegen waren, waren 192930 Prozent

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