Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

125 Jahre gesetzliche Rentenversicherung

19 wurden zu 80 Prozent vom Reich und zu 20 Prozent durch die Kommunen selbst getragen. Die Alterssicherung war wieder zur vorwiegenden Aufgabe staatlicher Wohltätigkeit geworden. Der höchste Wochenbeitrag in der Angestelltenversicherung wurde im Dezember 1923 kurz nach Beendigung der Hyperinfla- tion erreicht: Er betrug 1,16 Billionen Mark – eine schier unglaub- liche Summe. Er hatte allerdings nur einen Realwert von wenigen Pfennigen. Insgesamt war den Trägern der gesetzlichen Rentenversiche- rung allein durch die Inflation im Jahr 1923 ein Vermögen in Höhe von rund vier Milliarden Mark verloren gegangen, was rund neun Zehnteln des ursprünglichen Vermögens entsprach. Das in den Jahrzehnten zuvor angesammelte Deckungskapital war weit- gehend vernichtet. Für die Rentenansprüche von Millionen Ver­ sicherten bestand keine Deckung mehr. Die Bewältigung der Inflation in der Rentenversiche- rung und der Wiederaufbau des Leistungssystems Die Einführung der später durch die Reichsmark ergänzten Ren- tenmark als neue Währung beendete im November 1923 die In- flation. Die Rentenversicherungsträger konnten damit beginnen, ihr Leistungssystem wieder aufzubauen. Sowohl die Landesver­ sicherungsanstalten als auch die Reichsversicherungsanstalt für Angestellte zahlten ihren Versicherten zunächst eine niedrige Einheitsrente aus.  Einen wichtigen Faktor für die Stabilisierung des Renten- systems seit 1924 stellte die ge- setzliche Einführung des Umla- geverfahrens dar. Es löste die in der Arbeiterrentenversicherung seit 1899 praktizierte Anwartschaftsdeckung vorerst ab. Das Umlageverfahren, bei dem die Renten unmittelbar aus den laufenden Beitragseinnahmen finanziert und nur geringe Rück­ lagen gebildet werden, war damals umstritten. Es wurde von zeitgenössischen Rentenversicherungsexperten und Politikern mehrheitlich als weniger seriös und weniger ertragreich angese- Menschenandrang vor einer Berliner Bank während der Hyperinflation 1923. Die Hyperinflation vernichtete große Teile des Kapitalvermögens der Rentenversicherungsträger und damit die Deckung für die Renten Millionen Versicherter. Erst nach der Währungsumstellung Ende 1923 konnte sich das Rentensystem wieder stabilisieren. Die Inflation vernichtete innerhalb weniger Jahre rund neun Zehntel des Rentenversi- cherungsvermögens. Nach der Währungs- umstellung 1923 verhalf auch das vorläufig eingeführte Umlageverfahren dem Renten- system wieder zu Stabilität.

Übersicht