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125 Jahre gesetzliche Rentenversicherung

17 Entwertung der Geldanlagen und Inflation, verloren. Zudem waren die Vermögen vieler Versicherungsträger durch den Krieg schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. Die LVA Schleswig-Holstein beispielsweise hatte während des Kriegs 32 Millionen Mark aus ihrem Anstaltsvermögen in Kriegsanleihen angelegt und verloren. Dennoch überstand die Rentenversicherung die Kriegszeit ohne Zusammenbruch. Revolutionszeit und Inflationsfolgen in den 1920er Jahren Am 11. November 1918 unterzeichnete eine deutsche Delegation die Waffenstillstandsbedingungen der Entente und der Erste Welt- krieg fand sein Ende.Von den Ereignissen der Novemberrevolution, die mit der Ausrufung der Republik in Berlin nur zwei Tage zuvor ihren Höhepunkt gefunden hatte, blieb das institutionelle System der gesetzlichen Rentenversicherung weitestgehend unberührt. Die Gliederung der Sozialversicherung in Renten-, Kranken- und Unfallversicherung bestand fort. Die bisherige Struktur der Ren- tenversicherungsträger und deren Versicherungsvermögen wur- den nicht angetastet. Der »Rat der Volksbeauftragten« unter dem SPD-Vorsitzenden Friedrich Ebert entstand am 10. November als vorläufig oberstes Exekutivorgan in Deutschland. Vielerorts hatten zuvor sogenannte Arbeiter-, Bauern- und Soldaten­räte begonnen, die politische Macht zu übernehmen. Der Rat der Volksbeauftrag- ten aber erteilte dem Räteprinzip bald eine Absage. Schon am 12. November 1918 sprach er sich in seinem »Aufruf an das Deut- sche Volk« unter anderem für die Durchführung demokratischer Wahlen nach dem proportionalen Wahlsystem in allen öffentlichen Körperschaften aus. Dies war auch für die gesetz­liche Rentenver- sicherung bedeutsam: Die Selbstverwaltung in der Arbeiterren- tenversicherung und in der Angestelltenversicherung wurde nicht durch das Räteprinzip ersetzt und blieb paritätisch organisiert. Die 1919 von der neu gewählten Nationalversammlung be- schlossene Weimarer Reichsverfassung stellte dann ein »umfas- sendes Versicherungswesen unter maßgebender Mitwirkung der Versicherten« in Aussicht. Hinter diesem Versprechen, die Selbst- verwaltung unter den überwiegenden Einfluss der Versicherten zu bringen, sollte die Weimarer Politik letztlich zwar zurückbleiben, Auch während der Revolutionszeit 1918/19 blieb das institutionelle System der gesetzlichen Rentenversicherung unverändert und ein Garant gesell- schaftlicher Stabilität.

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