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125 Jahre gesetzliche Rentenversicherung

10 gleichen Teilen aus Vertretern der versicherten Arbeitnehmer und der Arbeitgeber. In den Anfangsjahren wurden die Mitglieder des Ausschusses alle fünf Jahre im Rahmen eines indirekten Wahlver- fahrens gewählt, welches sich auf die schon etablierten Strukturen der Orts­krankenkassenvorstände stützte. Innerhalb des Ausschus- ses arbeiteten die Versicherten- und die Arbeitge­bervertreter eng zusammen. Diese Kooperation verlieh den Rentenversiche- rungsträgern seit jeher ein de- mokratisches Fundament. Die wichtigsten Aufgaben des Aus- schusses waren der Beschluss der Satzung, die Prüfung der Jahresrechnung und die Entlas- tung des Vorstands.  Er wachte als Kontrollorgan auch über die Arbeit des Vorstands.  Die Beteiligung von Versicherten und Ar- beitgebern an der Verwaltung der Rentenversicherung garantierte schon damals, dass die Rentenversicherungsträger die Interessen der Versicherten, Rentner und Arbeitgeber gleichermaßen berück- sichtigten. Das Selbstverwaltungsprinzip ist bis heute eines der wesentlichen Merkmale der deutschen Sozialversicherung. Der Vorstand an der Spitze hatte behördlichen Charakter. Ihm gehörten zu gleichen Teilen gewählte Vertreter der Versicherten und der Arbeitgeber an, außerdem mehrere besoldete Verwal- tungsbeamte, die von den Landesbehörden bestellt waren. Dem Vorstand oblag die Verwaltung der Versicherungsanstalt und des Versicherungsvermögens sowie die gerichtliche und außergericht- liche Vertretung der Anstalt. Der erste Rentenjahrgang 1891 und die Aufgaben der Versicherungsanstalten Am 1. Januar 1891 trat das Invaliditäts- und Altersversicherungs- gesetz in Kraft. Seit diesem Zeitpunkt mussten die versicherten Arbeiter und die Arbeitgeber Versicherungsbeiträge in die Renten- kassen einzahlen. Die Beitragserhebung gehörte neben der Aus- zahlung der Invaliditäts- und Altersrenten zu den Hauptaufgaben der Versicherungsanstalten. Ausschnitt aus dem Protokoll zur ersten Sitzung des Ausschusses der Versicherungsanstalt Oberbayern am 17. Dezember 1890. Die Sitzung wurde vom Regierungspräsiden- ten Freiherr Sigmund von Pfeufer eröffnet, der eingangs »in warmen Worten seine Freude über die nunmehr vollendete sozialpolitische Gesetzgebung, die einzig dasteht in der Weltgeschichte«, ausdrückte. Mit der Einführung der Selbstverwaltung wurde die Unabhängigkeit der Versiche- rungsanstalten begründet. Selbstverwal- tung und Unabhängigkeit sind auch heute wesentliche Merkmale der Deutschen Rentenversicherung und ihrer Träger.

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